Architektur

Zehn Jahre nach der Gründung beginnt die im Jahr 2003 zum Erhalt der Galerie gegründete Bürgeraktiengesellschaft mit der Sanierung und dem Umbau des historischen Gebäudes. Giebel und Eingang des Peschkenhauses liegen zur Neustraße, gleiches gilt für den Zugang zum Keller, dessen Kreuzgratgewölbe aus dem 14. oder 15. Jahrhundert noch heute erhalten sind. Die Gewölbe, die das hohe Erdgeschoss tragen, und die starken Eichenbalken, die das Obergeschoss und das ursprünglich spitze Dach stützen, stammen aus der Spätgotik.

Im 18. Jahrhundert wurde die Architektur dem Zeitgeist entsprechend angepasst: Mittelrisalit, ein aus der Fluchtlinie des Baukörpers hervorspringender Gebäudeteil mit Sandsteinportal, und Teile des Treppenhauses entstanden, im Innenraum erhielt der Eingang eine Stuckdecke. Im Jahr 1831 wurden im großen Raum und im Kabinett im Obergeschoss eine Stuckdecke eingezogen, die Fassade erhielt einen Verputz mit Fugenschnitt. Das Peschkenhaus Moers wurde zwischen 2013 und 2015 umfassend und denkmalgerecht saniert, umgebaut sowie brandschutztechnisch ertüchtigt. Planung und Bauleitung hatte die Bürgeraktiengesellschaft Peschkenhaus Moers dem Moerser Architekten Dipl.-Ing. Frank Reese übertragen.

Unter anderem wurden die Fenster in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege durch isolierverglaste Holzfenster ersetzt. Der seitliche Anbau an das ursprüngliche Peschkenhaus wurde abgebrochen. Der Rohbau des neuen Treppenhauses wurde in Massivbauweise, die an die Nachbargrundstücke angrenzenden Wände wurden als Brandwände erstellt und mit einem mineralischen Wärmedämmverbundsystem bekleidet. Zur Stadt-/Marktseite des Treppenhauses wurde eine Aluminium-/Glasfassade ausgeführt, deren Sprossenteilung Bezug auf die Gliederung des historischen Bestandes nimmt. Die neue Treppenanlage wurde als Stahlbetontreppe mit Natursteinbelag errichtet. Durch den Einbau eines Plattformliftes ist nunmehr der barrierefreie Zugang zu allen öffentlich zugänglichen Räumen möglich. Die Decke im Dachgeschoss wurde zurückgebaut und durch eine Akustikdecke ersetzt, die um ca. 40 cm höher eingebaut wurde als die ehemals vorhandene Decke. Dadurch wurde ein zusätzlicher Teil der historischen Dachkonstruktion sichtbar gemacht.